Gelungener Start in die Steuerberatung

(Dipl.-Kfm. Dirk Thom, 28)

Es war während meines BWL-Studiums in Chemnitz, als mein Interesse an Steuerfragen erwachte. Ich wählte Steuerlehre als Schwerpunktfach im Hauptstudium und begann, erste praktische Erfahrungen bei einer kleinen Steuerkanzlei und zwei großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu sammeln. Auch meine Diplomarbeit befasste sich mit einem Steuerthema.

Da ich durch die Praktika bereits ein kleines und zwei große Unternehmen kennengelernt hatte, wollte ich auch Erfahrungen mit einer mittelgroßen Firma sammeln. Durch eine Anzeige wurde ich auf SUSAT aufmerksam. SUSAT suchte einen Steuerassistenten für die Niederlassung Leipzig. Das Vorstellungsgespräch war sehr intensiv, aber angenehm. Im September 2005 trat ich meine Stelle als Steuerassistent an.

Nachdem ich am ersten Arbeitstag mit den organisatorischen Abläufen vertraut gemacht worden war und mich in die Programme und Datenbanken eingearbeitet hatte, kamen am nächsten Tag bereits die ersten Aufgaben auf mich zu. Es ging vor allem um Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, um Anträge für Investitionszulagen und verschiedene steuerliche Recherchen. Bei Fragen konnte ich mich jederzeit an die Kollegen und den Leiter der Steuerabteilung wenden, von deren Erfahrungen ich dann auch immer wieder profitierte.

Bei meiner Integration ins Leipziger Team half ein Betriebsausflug ins Zittauer Gebirge. Nicht nur, dass ich bei dieser Gelegenheit die Kollegen näher kennenlernte, wir mussten auch einen Klettersteig überwinden und uns in eine Schlucht abseilen. Solche Erlebnisse schweißen bekanntlich zusammen und stärken den Teamgeist. Zurück in Leipzig lernte ich dann bei einer Veranstaltung auch einige Mandanten kennen. Kurz darauf zogen wir in neue Büroräume in der Leipziger Innenstadt, von denen man einen schönen Blick über die Dächer und das Treiben auf dem Marktplatz hat.

Nach und nach wurde ich in die verschiedensten Projekte einbezogen, so dass ich Schritt für Schritt in die Rolle eines steuerlichen Beraters hineinwuchs. Durch die Teilnahme an Außenprüfungen und unsere Informationsveranstaltungen wurde auch der Kontakt zu den Mandanten enger. Einige wandten sich bei steuerlichen Fragen bereits direkt an mich. Zu den Mandanten, die ich betreute, zählte auch die eine oder andere amerikanische Firma, was mir so manchen Einblick in die Abläufe weltweit operierender Unternehmen verschaffte.

In der Leipziger Niederlassung sind derzeit 45 Mitarbeiter beschäftigt, darunter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater. Rechtsanwälte, Assistenten, Steuerfachangestellte und einige Werkstudenten. Bei den zweiwöchentlichen Meetings der Steuerabteilung werden aktuelle Steuerfragen besprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Die Themen werden jedes Mal von einem anderen Mitarbeiter vorgestellt. Das Spezialwissen vieler Kollegen gibt mir immer wieder Gelegenheit, mein eigenes Wissen auf diesen Gebieten zu vertiefen.

Da ich für mehrere Industriefirmen in der Region Anträge auf Investitionszulagen erstelle, nutze ich gern die Gelegenheit, einen Blick in die Betriebe zu werfen. Um mir ein erstes Urteil zu bilden, ob eine Förderung in Betracht kommt, lasse ich mir die Funktionsweise der einzelnen Anlagen erklären und erfrage wichtige Details.

Für einen Büromenschen wie mich sind diese Rundgänge durch die Produktionshallen immer wieder ein faszinierendes Erlebnis. Vor allem, wenn es um hochmoderne Herstellungsverfahren wie in der Lebensmittelindustrie oder aber um die zum Teil beeindruckend großen Produktionsmaschinen im Anlagenbau geht.

Als ich einmal vor einer vollautomatischen Abfüllanlage stand, sagte die kaufmännische Leiterin: "Vor kurzem hatten wir Wirtschaftsprüfer im Haus. Die meinten während der Führung, es sei wie bei der "Sendung mit der Maus"." Auch ich staune immer wieder über das Können der Ingenieure. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass das verarbeitende Gewerbe bis heute der Motor unserer Wirtschaft ist.

Bei diesen Besichtigungen interessieren mich auch Informationen, die nicht aus den internen betrieblichen Kalkulationen hervorgehen. So ist bei der Frage, ob eine Investitionszulage gewährt wird, entscheidend, ob die Wirtschaftsgüter neu sind und im Unternehmen verbleiben. Die Antragstellung erfolgt dann immer in enger Abstimmung mit der kaufmännischen Leitung und dem Werksleiter.

Ein größeres Beratungsprojekt führte mich auch einige Wochen nach Frankfurt. Ich arbeitete bei der Erstellung von Jahresabschlüssen, der Teilkonzernkonsolidierung und der Kalkulation für die Bildung von Steuerrückstellungen mit. Dabei lernte ich auch viele Kollegen aus den fünf anderen Niederlassungen in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München kennen.

Um Erfahrung zu sammeln, wirke ich immer wieder bei Abschlussprüfungen mit. Ein bis zwei Wochen bin ich dann Teil eines Teams, das den Jahresabschluss eines mittelgroßen Unternehmens durchleuchtet. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Prüfung vor drei Jahren. Man wies uns ein Büro zu, in dem wir unsere Laptops aufbauen konnten. Danach führte uns der Geschäftsführer durch die Firma.

Eigentlich sollte ich mich nur um Steuerrückstellungen kümmern, allerdings übernahm ich dann auch die Prüfung des Anlagevermögens und anderer Gebiete. Da mir die Arbeit viel Spaß machte, bin ich jetzt stets bei dieser Abschlussprüfung dabei.

Drei Jahre nach meinem Einstieg bei SUSAT ließ ich mich für vier Monate freistellen, um mich auf das Steuerberaterexamen vorzubereiten. Nach bestandener Prüfung wurde ich im April dieses Jahres am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zum Steuerberater bestellt. Damit verbunden war auch meine Beförderung vom Steuerassistenten zum „Berater 1", eine Art Junior-Berater.

Derzeit befasse ich mich mit der Besteuerung ausländischer Betriebsstätten und mit verschiedenen Klagen bei Finanzgerichten. Auch die Investitionszulagen gehören nach wie vor zu meinen Aufgaben. Zudem betreue ich Betriebsprüfungen, berate unsere Mandanten bei der Steuergestaltung und erstelle Anträge auf Strom- und Energiesteuererstattung. Letzteres hat sich zu einer Art Spezialgebiet von mir entwickelt. Daneben verfolge ich aufmerksam die Entwicklung im internationalen Steuerrecht.

Viele halten das Steuerrecht für eine sperrige und trockene Materie. Wer sich näher damit befasst, stellt jedoch fest, dass es nicht nur hochinteressant, sondern auch sehr abwechslungsreich, ja regelrecht spannend sein kann. Das wurde mir erst kürzlich wieder bewusst, als ich auf der jährlichen Sächsischen Steuertagung zahlreiche Kollegen zum Meinungsaustausch traf. Wer den Steuerberater-Beruf anstrebt, den erwartet zwar intensive Arbeit, aber auch ein erfülltes Berufsleben.

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